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SoHo: Durchsetzung der schwullesbischen Anliegen unter geänderten Rahmenbedingungen
Nachrichteneingang:     26.01.2007

Quelle:     SoHo / Tolar

Aktueller Newsletter der SoHo verfasst von Günter Tolar:

Wer in den letzten Tagen oder Wochen unseren Newsletter erwartet oder auch schon vermisst hat: Ich habe etwas zugewartet, bis sich die Enttäuschung, die auch uns erfasst hat, etwas gelegt hat und der Blick frei auf die neue (eigentlich die alte) Realität geworden ist. Unsere wirklich große Enttäuschung haben wir allerorts deutlich deponiert. Für eine Organisation wie die SoHo, die was weiterbringen soll, kann aber Enttäuschung nur eine temporäre Erscheinung sein. Unsere Aufgabe ist es, allen Widrigkeiten zum Trotz, unsere Anliegen durchzusetzen. Und genau daran arbeiten wir schon wieder – jetzt halt unter geänderten Rahmenbedingungen.

Eine Kurzanalyse der neuen Situation zeigt Folgendes:

 1. Die SPÖ hat vor der Wahl z.B. die Eingetragene Partnerschaft versprochen – und hat sich damit nicht durchgesetzt.

 2. Grund dafür ist die unveränderte Starrheit der ÖVP-Verhandler. (Wer hätte sich aber von einem Verhandlungsteam unter Schüssels Führung erwartet, dass die ÖVP nachgibt?)

 3. Die Option der Minderheitsregierung wurde von den Grünen vermasselt mit ihrer Androhung, gleich am ersten Tag einen Misstrauensantrag einzubringen. Das Unterstützungs-Angebot am Tag der Unterzeichnung des Koalitionsabkommens kann man nur als schlechten Witz bezeichnen. Dazu kommt: Rot und Grün hätten im Parlament nicht die Mehrheit gehabt.

 4. Die Koalition platzen zu lassen, hätte vieles andere nicht gebracht, wo sich die SPÖ sehr wohl massiv durchgesetzt hat. Zudem wäre die Gefahr gewesen, dass Schüssel doch noch die bürgerliche Dreier-Koalition irgendwie zusammengeschustert hätte. Und das will, so hoffe ich, niemand hier.

 5. Fazit ist: Es gibt für unsere Anliegen derzeit noch keine parlamentarische Mehrheit. Alles wie bisher! Es hat sich also nichts geändert an der Tatsache, dass ohne ÖVP im Parlament keine Mehrheit für uns zu kriegen ist. Was sich aber geändert hat, sind die Rahmenbedingungen: Die SPÖ ist jetzt in der Regierung, unser Gegner ist plötzlich unser Partner, die ÖVP ist also verpflichtet, mit uns zu reden.

Wie schaut die Realität aus? Schon die bisherigen Wortmeldungen aus der SPÖ haben klar gezeigt: Es hat sich nichts daran geändert, dass die SPÖ nach wie vor voll hinter unseren Forderungen steht und dass sie Anliegen mit höchster Priorität sind. Da muss sich also nichts ändern. Wer sich ändern muss, ist die ÖVP. Von dort sind derzeit die verschiedensten Signale zu empfangen: Einerseits die totale Absage an die Gleichgeschlechtlichen, dann aber doch wieder der Wunsch nach „Öffnung des Familienbegriffs“. Sehen wir es einmal positiv: In der ÖVP rührt sich was. Es wir nun unsere Aufgabe sein, unsere Anliegen auch in der ÖVP mehrheitsfähig zu machen. Das heißt, das Gespräch mit den Kreisen suchen, die sich bisher schon aufgeschlossener gezeigt haben (Steirische und Wiener ÖVP), jedes positive Signal auffangen, darauf eingehen und Einwände zu entkräften suchen.

Ich muss bei dieser Gelegenheit allerdings auch sagen, dass ich es eigentlich schrecklich finde, in einem Land zu leben, in dem die Gleichstellung von Menschen überhaupt noch erkämpft werden muss. Ich will damit deutlich sagen, dass es mir eigentlich ein bissel graust, welch Menschen verachtendem Gedankengut wir uns bei unserem neuen Koalitionspartner gegenüber sehen. Dennoch: Den Leuten, die jetzt „alles hinschmeissen“ muss ich auch sagen, dass das sicher kein Weg ist, um ein positives Ergebnis durchzusetzen. Ganz im Gegenteil: Es müssen jetzt alle Kräfte massiv gestärkt werden, die eine Mehrheit für unsere Sache herbeizuführen im Stande ist – und das sind nun einmal wir von der SPÖ.

R.O Linktipp: www.soho.or.at
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User - Kommentare
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regenbogenlady27.01.2007 - 19:33
...Ganz im Gegenteil: Es müssen jetzt alle Kräfte massiv gestärkt werden, die eine Mehrheit für unsere Sache herbeizuführen im Stande ist – und das sind nun einmal wir von der SPÖ... das ist jetzt aber wohl ein scherz oder? bisschen ärgerlich!

es war eine sehr große enttäuschung zu sehen wie schwach die spö die technik des verhandelns beherrscht! politik ist verhandlungssache und da könnte man als partei zeigen was man drauf hat oder eben nicht drauf hat... ich muss sagen, dass ich mich wie die spö die paar prozent mehr (bei den wahlen) erreicht hat, habe ich mich gefreut! aber ich hätte es mir in meinen künsten träumen nicht vorstellen können - was letzten endes da herauskommt!!!! ich werde mich hüten die spö zu wählen. es ist vollkommen normal, dass nie alle wahlversprechen eingehalten werden. aber das fast gar nichts eingehalten wird????? naja..................


gerhard_6826.01.2007 - 17:24
Wie man sieht, widmet sich die SoHo wieder voll und ganz ihrem eigentlichen Ziel - das da ist Stimmvieh für die SPÖ zu besorgen.


Queerulant26.01.2007 - 20:11
Und wie üblich scheint sich die SoHo zu gut, um dort zu reagieren, wo die Front verläuft - etwa hier! NULL REAKTION zeigt, dass sie wohl nicht einmal weiß, dass Schwule & Lesben bei R.O., bei Gayboy ihrem Frust über SPÖ (und SoHo) Ausdruck verliehen haben. Nein, nein - da bleima liaba daham in der Windmühlgasse und geben ein Communiqué heraus. Nur naiv oder ...?


Indiscreta26.01.2007 - 15:57
Die SOHO könnte sich ja erkundigen, ob in der Perspektivengruppe 2010 der ÖVP noch ein Plätzchen frei ist. - Nur damit ihr der SPÖ auch rechtzeitig Bescheid geben könnt, ab wann sie wieder schwul-lesbische Anliegen vertreten darf ohne den Koalitionspartner zu verärgern.


Queerulant26.01.2007 - 12:35
Na, DAS ist aber hübsch gedrechselt......
Für welche GP soll das gelten? In der aktuellen - der XXIII. - wird diese alte Platte kaum gespielt werden!







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